Erste Steuererklärung – Tipps und Tricks

 

Gerade für Studenten, Azubis und Berufseinsteiger kann sich eine Steuererklärung richtig lohnen! Aber auch nach der Ausbildung, nach dem Studium oder nach der Hochzeit macht es Sinn, rückwirkend für das vergangene Jahr eine Steuererklärung abzugeben.

Doch gerade bei der ersten Steuererklärung kann die Vielzahl der Formulare und der Dinge, die beachtet werden müssen, abschrecken. Die folgende Übersicht soll Dir einen Einblick in das Steuerchaos ermöglichen, sodass Deiner ersten Steuererklärung nichts mehr im Weg steht! 

Erste Steuererklärung: Checkliste – damit geht nichts schief

In der folgenden Übersicht ist zusammengefasst, was Du in Deiner Steuererklärung nicht vergessen darfst. So geht nichts schief und die Steuererklärung selber zu machen ist einfach, egal ob nach dem Studium, nach der Ausbildung oder nach der Hochzeit. Bevor Du loslegst, solltest Du folgende Unterlagen bereithalten:

  • Persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsort, Steuernummer, Steueridentifikationsnummer, etc.) Anmerkung: Bei der ersten Steuererklärung das Feld „Steuernummer“ freilassen. Die Steueridentifikationsnummer findest Du auf dem Lohnsteuerbescheid.
  • Einkommensnachweise (Lohnsteuerbescheinigung, Bescheinigung über Arbeitslosengeld, Kindergeld, Elterngeld, Abfindungen, Insolvenzausfallgeld, etc.)
  • Bescheinigung für Anlage Kind (Schuldgeld, Kinderbetreuungskosten, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Ausbildungsbescheinigung, BAföG-Bescheid, etc.)
  • Belege für Werbungskosten (Fortbildung, Arbeitsmaterial, Reise- und Umzugskosten, Bewerbungskosten, etc.)
  • Belege für Sonderausgaben (Unfall-, Haftpflicht-, Lebens- und Rentenversicherungsbeiträge, Kranken- und Pflegeversicherung, Spenden, etc.)
  • Belege für außergewöhnliche Belastungen (Krankheitskosten, Haushaltshilfe, etc.)

Wenn Du die Unterlagen parat hältst, kannst Du ohne Probleme mit Deiner Steuererklärung starten!

Erste Steuererklärung: Was Du sonst noch wissen musst

Neben den benötigten Unterlagen gibt es aber noch einige Dinge, die Du bei Deiner ersten Steuererklärung beachten musst. 

Per Gesetz ist nicht jeder dazu verpflichtet, überhaupt eine Steuererklärung abzugeben. Du bist verpflichtet, wenn Du

  • gleichzeitig mehrere Arbeitgeber hattest.
  • unversteuerte Einkünfte über 410 EUR bekommen hast (Rente, Honorare, Mieteinnahmen).
  • einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen hast.
  • Lohnersatzleistungen bezogen hast (Elterngeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld).
  • verheiratet bist und beide Partner in Steuerklasse IV sind oder ein Partner in Steuerklasse V ist.

Auch, wenn Du gesetzlich keine Steuererklärung abgeben musst, kann es sich oftmals trotzdem lohnen! Die Mühen halten sich selbst bei der ersten Steuererklärung in Grenzen und werden meistens mit einer Rückzahlung belohnt! Die Erstellung und Abgabe der Steuererklärung ist kinderleicht – und man bezahlt erst am Ende, wenn man die Steuererklärung abgibt. Vor allem nach der Hochzeit macht eine Steuererklärung Sinn, da Du die Steuerklasse wechselst und per Gesetz als Ehepaar weniger Steuern zahlen musst.

Du solltest zudem auch Fristen einhalten, wenn Du eine Steuererklärung beim Finanzamt abgibst. Diejenigen, die dazu verpflichtet sind, müssen sie bis zum 31.5. im folgenden Jahr eingereicht haben. Das bedeutet: Die Steuererklärung für das Jahr 2017 muss bis zum 31.5.2018 eingegangen sein. Nur im folgenden Kalenderjahr nach der Hochzeit, dem Studium oder der Ausbildung können die Steuern eingefordert werden. Wenn es ein paar Tage später wird, ist es in der Regel auch kein Problem. Falls Du die Frist aber nicht einhälst, droht ein hohes Bußgeld. Wenn Du deine erste Steuererklärung von einem Steuerberater anfertigen lässt, verlängert sich die Frist automatisch auf den 31.12. Bedenke allerdings, dass der Steuerberater einen Teil Deiner Rückzahlung bekommt.

Ob Du Steuern bezahlen musst oder nicht, hängt stark von dem gesetzlichen Freibetrag ab. Bei der ersten Steuererklärung ist man meist noch Auszubildender, Student oder gerade erst ins Berufsleben gestartet. Da dann die Einkünfte recht gering sind, ist es wahrscheinlich, dass man unter dem Freibetrag bleibt und  die Steuern, die man bereits bezahlt hat, wieder zurückbekommt.  Der Freibetrag steigt von Jahr zu Jahr: 2016 lag er bei 8.652 EUR, 2017 schon bei 8.820 EUR. Erst, wenn die Einkünfte über dem Steuerbetrag liegen, fallen Steuern ab. Diese können jedoch durch Abzug von beispielsweise Werbungskosten gesenkt werden. In den meisten Fällen bekommt man Steuern zurück.

Gerade bei der ersten Steuererklärung fällt es oftmals schwer, die richtigen Formulare auszuwählen.

Die gute Nachricht: Für die erste Steuererklärung benötigt man meistens nur wenige Formulare, da man keine Kinder hat und oftmals auch noch keine Immobilien besitzt. Noch einfacher geht es mit der verkürzten Steuererklärung: Diese besteht aus nur 2 Seiten und ist schnell ausgefüllt. Vor allem in dem Jahr nach der Hochzeit kann sich dies lohnen. Du musst nur wenig Zeit investieren und bekommst Steuern zurück. Die verkürzte Steuererklärung eignet sich vor allen dann, wenn Du keine besonderen Kosten absetzen willst und es nur um die Pauschalen und Freibeträge geht. Dafür berechnet das Finanzamt von sich aus einen Freibetrag und benötigt keine Nachweise. Noch schneller kannst Du kein Geld zurückbekommen!

Erste Steuererklärung: Das kannst Du absetzen

Grundsätzlich gibt es 4 Kategorien, die Du bei Deiner ersten Steuererklärung absetzen kannst: Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen.

Unter Werbungskosten versteht man alle Kosten, die mit dem Beruf oder der Ausbildung zusammenhängen. Dabei geht es von der Bewerbung, über die Fahrtkosten bis hin zu Fortbildungen. Vom Finanzamt werden jährlich 1.000 EUR automatisch als Arbeitnehmerpauschbetrag berücksichtigt. Wenn Du höhere Kosten hattest, lohnt es sich, diese aufzustellen und anzugeben. Dafür benötigst Du aber auch die entsprechenden Belege, um sie nachweisen zu können. Bewahre daher alle Belege von Arbeitsmaterialen, Bewerbungskosten (inklusive Reisekosten), Umzugskosten, Studienkosten und Aus- und Fortbildungskosten auf. Aber unter gewissen Umständen lassen sich auch eine doppelte Haushaltsführung und das Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Zu Sonderausgaben zählen Beiträge für die Altersvorsorge, Beiträge zu der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung aber auch Spenden. Wenn Du keine genauen Angaben zu der Höhe der Ausgaben machst, werden Dir pauschal 36 EUR angerechnet.

Krankheitskosten (Arztkosten, Zuzahlung für Medikamente, Brille, etc.), Unterhaltkosten und Katastrophenschäden fallen unter den Begriff der außergewöhnlichen Belastung. Wie viel davon angerechnet wird, hängt von der Höhe Deines Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. 

Steuerermäßigungen bekommst Du für alle Handwerksarbeiten und Dienstleistungen, die rund um den Haushalt anfallen. Dazu gehörten beispielsweise Kosten für Maler, Heizungswartung, aber auch Kosten für Haushaltshilfen. Diese Art von Kosten fallen bei der der ersten Steuererklärung meist nicht an, da Studenten, Azubis oder Berufseinsteiger solche Dienstleistungen nicht in Anspruch nehmen. Anders sieht das kurz nach der Hochzeit aus: Bei einem Umzug summieren sich die Kosten für Handwerker und Dienstleistungen enorm. Bewahre also unbedingt die Belege auf – es lohnt sich!

 

Erste Steuererklärung: 5 Schritte zur Steuererklärung

Hier eine kleine Übersicht, damit Deiner ersten Steuererklärung nichts im Weg steht:

 

  • Belege und benötigte Daten suchen und sammeln
  • Formulare besorgen
  • Formulare ausfüllen und kontrollieren
  • Steuererklärung einreichen
  • Nach Steuerbescheid: Bescheid überprüfen